Weltausstellung  Paris 1937

Grand-Prix für "Ares und Demeter"

 

Ares und Demeter
34 x 24 mm
Lagenachat schwarz-weiß-schwarz
( Foto: A. R. Wild )

 

 
In den 30er Jahren wurde es immer schwieriger für A.R.Wild, etwas zu verkaufen. Ein Studienfreund, Mitglied der Reichskunstkammer, der von seiner Misere hörte, überredete ihn,  mit einigen seiner Werke an der Weltausstellung 1937 in Paris teilzunehmen. Er gewann einen „Grand-Prix“ für den Doppelkopf „ Ares und Demeter“ in der Klasse 59, Gruppe XI.

Zur Preisverleihung nach Paris fuhr A. R. Wild nicht. Auch eine Honorarprofessur lehnte er ab. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Der intelligente, sensible A. R. Wild  wird wohl gemerkt haben, mit wem er sich da eingelassen hatte, nämlich mit einer Reichskunstkammer, einer 1933 von Goebbels  geschaffen  Institution, die bestimmte, welche Kunst man dem deutschen Volke zumuten könne und was als entartete Kunst zu gelten habe.
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Dass  die Weltausstellung von den Nazis zur Propaganda für das Deutsche Reich genutzt wurde, war offensichtlich. Bis zum Ende des Jahres 1936 waren bereits über 200 Zeitungsartikel über die geplante Pariser Weltausstellung erschienen. Die architektonische Inszenierung des deutschen Beitrags in direkter Nachbarschaft zu dem ebenso bombastischen sowjetischen Pavillon widersprach dem Ziel der Ausstellungsorganisatoren, ein Zeichen für die friedliche Zusammenarbeit der Nationen zu setzen. 1937 begann  auch der nationalsozialistische Feldzug gegen die Moderne. In der Kunstgeschichte steht dieses Jahr für den Beginn eines Alptraums der Plünderung und Zerstörung.  Dem  Kunstinteressierten A. R. Wild kann auch dieses nicht entgangen sein.
 

Deutscher und sowjetischer Pavillon

 

Das Ausstellungsgelände mit Eifelturm. Links der deutsche, rechts der sowjetische Pavillon.

 

Albert Speer mit Hitler vor dem Turm-Modell des  "Deutschen Hauses" . 
Speer, dem der sowjetische Entwurf im Vorfeld bekannt geworden war, bezeichnete den Turm „als eine in schwere Pfeiler gegliederte kubische Masse" und als eine massive Machtdemonstration und notwendige Abwehrgeste gegenüber dem sowjetischen Pendant, dessen schreitende Figuren er als "sowjetischen Ansturm" auf Deutschland ansah.

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Ernst Falz
Ernst Falz schreibt über den von A. R. Wild errungenen „Grand Prix“ im Stadtanzeiger von 1937: „ ... Es wird ihm, wenn er es auch äußerlich nicht zeigt, eine große Genugtuung gewesen sein ...“   Meines Erachtens hat sich A. R. Wild, der nie über seine drei „Grand Prix“ gesprochen hat und nicht zur Preisverleihung gefahren ist, nicht wirklich über die Preise gefreut, denn neben der Nazi-Problematik gab es noch ein Problem: neben den beiden Gravuren "Siegerin" und "Märchenfigur" wurde auch der technisch perfekte Doppelkopf für einen „Grand-Prix“ ausgewählt. Hier hatte er unschöpferisch Elemente aus den Werken von William - und Charles Brown ausgewählt und zu einem neuen, formal-stilistisch nicht stimmigen Werk – die links und rechts unten von ihm eingefügten Lorbeerblätter stören das sonst harmonische Bild –   zusammenfügt.
 

 

Der Doppelkopf von A.R.Wild neben den Werken von William Brown (1748–1825) und Charls Brown

 

 

 

 


Diese Kamee wurde nach der Pariser Weltausstellung von der Gewerbehalle in Idar angekauft.
Heute befindet sich dieses außergewöhnliche Stück im Besitz des Deutschen Edelsteinmuseums in Idar-Oberstein.

 

Deutsches Edelsteinmuseum
Idar-Oberstein


 

 

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© gerhard schmidt